30.01.2011 - Abschluss der 1. Yiquan Lehrerausbildung durch Meister Jumin Chen 2011

Ein Bericht von Thomas Bauer - Ein Resümee -

" Xing Yuan Li Fang -  Das Yi ist rund, die Kraft ist gerade"
(Wang Xiangzhai)

Es ist vollbracht!
Nach knapp drei Jahren haben am 30. Januar 2011 sechzehn Schüler von Meister Jumin Chen die erste Yiquan Lehrerausbildung erfolgreich beendet und nach bestandener praktischer und theoretischer Prüfung ihre Diplome in Empfang genommen.

Begonnen hatte die Ausbildung am 7. März 2008. Dazwischen liegen achtzehn Wochenendseminare, in denen Meister Chen seinen Schülern neben der umfangreichen Theorie und Praxis des Yiquan auch Themen aus der chinesischen Philosophie gelehrt hat. Alle Schüler waren sehr angenehm überrascht und erstaunt wie umfangreich das Spektrum des Yiquan ist, das regelmäßig geübt und wiederholt werden wollte.

Obwohl alle Übungen des Yiquan sehr "einfach"sind, sind sie in der Ausübung nicht immer "leicht“. Neue Stände und Haltungen erforderten besonders jeweils am Anfang große Willenskraft und, im wahrsten Sinne des Wortes, großes Stehvermögen. Trotzdem man schon eine halbe Stunde oder länger im Chengbao Zhuang stehen konnte, war es anfangs fast eine Meisterleistung mehr als ein bis zwei Minuten im Dashi Zhuang, Duli Zhuang oder Xiang Long zu verbleiben. Aber auch diese Übungen wurden mit der Zeit und durch beständiges Üben leichter und haben zu dem für Yiquan so typischen Wohlbefinden während und nach dem Training geführt.

Bei all der Menge an erlerntem Stoff in Form von Ständen, Shilis, Falis, Kraftrichtungen, Fachbegriffen, etc. und der Fähigkeit physisch lange in einer Position zu stehen, darf das eigentliche Wesen des Yiquan, nämlich das Arbeiten mit Vorstellungen in körperlicher Entspannung, nie außer Acht gelassen werden. Jumin legte deshalb stets besonderen Wert auf das korrekte Verständnis und die korrekte Anwendung der Grundprinzipien. Dabei wurde er nie müde die Grundlagen zu wiederholen und uns zur Basis zurück zu führen:

E N T S P A N N E N   -   N A T Ü R L I C H   A T M E N   -   K O N Z E N T R I E R E N

Jumin hat damit ein breites Fundament geschaffen, auf das alle weiteren Fähigkeiten aufgebaut werden und ruhen können.

Danke Jumin für Deine große Geduld.

Eine besondere Bemerkung verdient an dieser Stelle das sams- und sonntägliche 6-Uhr-Training. Obwohl nicht jedermanns Sache so früh aufzustehen (und da zähle ich mich auf jeden Fall dazu), kamen doch die meisten der Schüler regelmäßig zu diesem Training, das außerhalb des eigentlichen Stundenplanes durchgeführt wurde. Das Üben in der freien Natur und die tollen Sonnenaufgänge am Obertrumer See bleiben uns allen wohl unvergesslich.

Drei Jahre sind eine lange Zeit und in diesen drei Jahren haben alle Teilnehmer sehr viel gelernt. Diese drei Jahre sind aber auch für alle Teilnehmer sehr schnell vergangen und in den letzten Seminaren wurde öfters Erstaunen bekundet, dass die Ausbildung schon fast zu Ende sei. Ein gutes Zeichen - zeigt es doch, dass wir diese Zeit genossen haben. Es zeigt aber auch, dass wir alle Yiquan gerne weiter betreiben und noch tiefer verstehen wollen, sei es für die Gesundheit oder als Kampfkunst. Es liegt an uns dieses Verständnis durch beständiges Üben zu erlangen und auch Jumin trägt durch regelmäßige Fortbildungskurse dazu bei.

Ich freue mich schon jetzt darauf die "Klassenkameraden"wieder zu treffen.

Und hier sind sie nun die frischgebackenen Yiquanlehrer ...


Erste Yiquan Ausbildungsgruppe in Salzburg 2011

st. v.l.n.r.:    Hendrik Brück (Freising, D), Willi Kubin (Gmunden, A), Martin Wundsam(1) (Mattsee, A), Emanuela Costa (Bozen, I), Markus Rohrleitner (Linz, A), Werner Caspers (Basel, CH), Marco Spadin (Chur, CH), Thomas Weidinger (Darmstadt, D), Stephan Österreicher (Innsbruck, A), Manfred Hörzer (Graz, A), Detlev Zwietasch (Stuttgart, D)
h. v.l.n.r.:    Christian Wolf (Felbach, A), Thomas Bauer (Holzkirchen, D), Frank Lemke (Rosenheim, D), Meister Jumin Chen, Thomas Farnbacher (Grabenstädt, D),Sven Christinger (Zürich, CH), Robert Probst (München, D)
(1) Leider konnte Martin wegen einer Grippe nicht an der Abschlussprüfung teilnehmen, ebenso wie Gabriele Kern und Roman Grasberger (beide nicht auf dem Bild). Wir wünschen den dreien viel Erfolg beim Nachholen.


Stimmen der Teilnehmer

Gabriele Kern:
"Was mir die Ausbildung vor allem gebracht hat, ist ein wesentlich besseres Gefühl für meinen Körper insbesondere bezüglich Balance, Zentrierung und Entspannung - und auch mehr Kraft oder vielleicht besser gesagt die Möglichkeit, die vorhandene Kraft effektiver einzusetzen.

Thomas Weidinger:
Zweifellos war für mich einer der großen Vorteile der Ausbildung, Yiquan in einem kontinuierlichen Übungszusammenhang erlernen zu können, bei dem die Inhalte aufeinander aufbauen. Es ist dabei faszinierend zu entdecken welches Potential im eigenen Körper angelegt ist und sich dieses Schritt für Schritt erarbeiten zu können, ohne jemals an einen fixen Endpunkt zu kommen. Die Reise geht weiter.”

Robert Probst:
"Viele suchen ein Werkzeug, welches für ihr Leben und ihre persönliche Entwicklung Kraft, Energie und Klarheit bringt. Ich habe es in Yiquan gefunden"

Manfred Hörzer :
“Besser im Wasser von Yiquan treiben lassen, als über steinige Wege gehen.”

Detlev Zwietasch:
"Ich hätte nie gedacht, dass so wenige Bewegungen einen so lange beschäftigen können. Jeden Tag, an dem ich übe, entdecke ich neue Details. Das Yiquan hat mich in meiner Gesamtheit angesprochen und mein Taijiquan, das ich seit 30 Jahren praktiziere, ganz bedeutend beeinflusst.“