30.05.2013 Ein Bericht vom "Yiquan Grundkurs A" mit Jumin Chen in Salzburg

Ein Bericht von Norbert Krausz ( Yiquan Erfurt ). Er besuchte das Seminar bei Jumin Chen in Salzburg vom 11.05.-12.05.2013.

Erzählenswertes will sich nicht finden lassen, Worte wollen nicht in den Kopf kommen und Inhalte drohen auszubleiben, schaue ich im Nachhinein auf das im Lehrgang Erlebte zurück. Doch vielleicht ist gerade diese Normalität, welche sich jeder Berichterstattung zu entziehen scheint, das Erzählenswerte.
So hatte ich, als noch nicht einmal ganz ein Jahr aktiv Yiquan-Praktizierender, an einem der vergangenen Mai Wochenenden die Gelegenheit an einem Kurs von Jumin Chen in Salzburg teilzunehmen. Ich empfand Vorfreude, auch für das Treffen von Jumin Chen selbst, kannte ich ihn bisher doch nur von Erzählungen.
Normal war unsere Gruppe. Fast zu normal. Eine überschaubare Gruppe von 6 – 8 Teilnehmern und eine bunte Mischung – aus jüngerer und älterer Generation, aus Einsteigern und schon länger Kampfkunst-Praktizierenden und aus Übenden anderen Bewegungs- und Gesundheitsschulen. Doch im Nachhinein betrachtet, kennt man Lehrgänge aus anderen Kampfkünsten, besaß gerade solch eine überschaubare und bunte Gruppe eine echte Qualität. Keine Machtkämpfe und Rivalitäten, kein sich Beweisen wollen und gegenseitiges Wetteifern.
Nicht zuletzt auch durch Jumin Chen selbst. Als „normal“ empfand ich auch ihn. „Normal“, da es kein Gehabe gab, keine unnötige Distanz zwischen Lehrendem und Lernenden, aber stets eine gute Portion Humor. Und dennoch konnte man in kurzen beiläufigen Momenten, in kurzen Augenblicken, einen Blick auf seine Fähigkeiten erhaschen und ihre Größe erahnen.
Über die zwei Tage hinweg entfaltete sich zwischen dem gemeinsamen Üben, der gemeinsamen Mahlzeit und den Pausengesprächen eine überaus angenehme Atmosphäre. Vieles von dem Geübten und den uns mittgeteilten Grundkenntnissen war mir schon aus dem Unterricht von zu Hause bekannt, doch habe ich die Wegstrecke nicht bereut. Es war einer guter Schritt in die richtige Richtung. Ich bin mir sicher, dass auch die anderen Teilnehmer wieder dieses positiven Erleben im Körper gespürt haben, welches sich bei Yiquan immer viel schneller einstellen will als bei anderen Bewegungsformen. Und erstaunlich war auch wieder, wie leicht Menschen jeden Alters und jeder Vorprägung an den Übungen und den positiven Seiten von Yiquan teilhaben können. Und trotzdem scheint sich hinter dem anfänglich Vermittelten, hinter den scheinbar so leicht verständlichen Grundkenntnissen, eine noch so große nicht zu erahnende Untiefe aufzutun, welche es erst noch auszuloten gilt. Wir alle verabschiedeten uns mit der Absicht wieder zu kommen.
Und so schließt der Bericht auch schon, ohne dass vielleicht Erzählenswertes berichtet wurde. Doch ich meine mit Yiquan einen Schatz gefunden zu haben – so normal er auch scheinen mag.

Quelle: www.yangsheng-erfurt.de