Zhanzhuang Shili Mocabu Fali Tuishou Sanshou

Was ist Mocabu?

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Mocabu - Der Reibende Schritt
Mocabu aktiviert die Nervenenden der Beine und Füße, dadurch werden die Beine und Füße empfindlicher in ihrer "Wahrnehmung" bzw. Sensitivität. Nach Auffassung der chinesischen Medizin werden dadurch die durch die Beine verlaufenden Meridiane automatisch aktiviert. Genau aus diesem Grund ist Mocabu sehr förderlich für unsere Gesundheit.

Im Kampfkunstbereich lautet ein chinesisches Sprichwort: "Wenn man einen Handschlag verwendet ohne einen passenden Schritt dazu, ist es nicht gerade toll; kommt die Hand gemeinsam mit den Füßen, ist das Kämpfen beinahe kinderleicht". Dieses Sprichwort drückt bereits die Bedeutung der Schritte in der Kampfkunst richtig aus. Im Zweikampf bewegen sich beide Seite kontinuierlich in wechselseitiger Interaktion, d.h. der Abstand bzw. die Kampfdistanz dazwischen ist fließend und ändert sich in stetigem Wechsel. Viele erfahrenen Kampfkünstler kennen das Gefühl, dass die Distanz im Allgemeinen sehr schwer zu kontrollieren ist. Wer die richtige Beinarbeit besitzt und die absolute Kontrolle über jeden seiner Schritte erlangt hat, der beherrscht die Situation und behält die Kontrolle. Im Yiquan gilt der Grundsatz: bewegt sich ein Teil des Körpers, dann bewegen sich alle Teile des Körpers als eine Einheit.

Der Aspekt der Stabilität und Mobilität in der praktischen (Kampf-)Anwendung
In der praktischen Anwendung des Yiquans, wie in sämtlichen Kampfkünsten gibt es zwei wichtige Punkte: Stabilität und Mobilität. In der Interaktion mit einem Partner bspw. beim Tuishou oder mit einem Gegner in einer realen Situation will jede der beiden Parteien im Vorteil statt im Nachteil sein. Dies erfordert einerseits Stabilität des Körpers durch einen sicheren Stand und eine stabile Körperstruktur und anderseits flexible Mobilität, um agieren und reagieren zu können. Durch die Mobilität und Stabilität können wir die explodierende Wirkung unseres Kraftpotenzials in der entsprechenden Situation ausüben, wann immer erforderlich. Dabei haben zwei wichtige Faktoren Einfluss auf die Stabilität: Körperschwerpunkt und Stützfläche des Körpers. Wenn sich der Schwerpunkt außerhalb der Stützfläche bzw. der Standfläche, die wir durch die breite unserer Beinstellung bilden, befindet, verliert man das Gleichgewicht. Normalerweise gilt, je tiefer der Schwerpunkt ist und je größer die Stützfläche durch einen breiten und tiefen Stand ist, desto stabiler stehen wir. Deswegen gilt, unter der Voraussetzung, dass man sich nicht bewegt, in dem Maße man die Stützfläche vergrößert und den Schwerpunkt absenkt, verbessert sich die Stabilität in selbem Maße. Während der Anwendung dürfen bzw. können wir, je nach Aktionen des Partners/ Gegners, aber nicht immer stehen bleiben. Ebenso führen große, ausladende Schritte und ein tiefer Schwerpunkt des Körpers zu einer Unbeweglichkeit und beeinträchtigen dadurch unsere Agilität und Flexibilität. Stabilität und Mobilität stehen demnach im Widerspruch zueinander. Sie bilden eines der Gegensatzpaare, denen das Augenmerk in der Philosophie und dem Training des Yiquan gilt. Wir können diese widersprüchliche Beziehung durch das Mocabu-Training harmonisieren, in dem wir lernen, uns der Situation anzupassen und dabei jederzeit die richtigen Schritte setzen. Durch die Entwicklung der inneren Kraft und deren Koordination im Training der Schritte erwerben wir die jederzeitige Stabilität in der Mobilität.