Zhanzhuang Shili Mocabu Fali Tuishou Sanshou

Was ist Sanshou?

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Sanshou - Freikampf
Sanshou heißt Freikampf ohne Regel. Im Sanshou können die Regeln entfernt werden, um auf Wusch sich möglichen realen Auseinandersetzungen innerhalb des Trainings zu nähern. Durch die freie und realitätsnahe Ausführung der erlernten Bewegungsprinzipien wird das nötige Timing entwickelt, um die innere Kraft rechtzeitig und im Sekundenbruchteil nach außen zu bringen.

Yiquan hat nicht nur die starke Wirkung auf die Gesundheit, sondern ist auch ein guter Anwendungsstil. Es präsentiert den Inhalt der traditionellen chinesischen Kampfkunst. Der Freikampf des Yiquan benutzt die geschickte Schrittarbeit, um immer in die Idealdistanz zu kommen. Beim Schlagen benutzen wir die explodierende Kraft und die Schläge müssen eine bohrende und durchdringende Kraft haben. Man muss möglichst durch einen Schlag den Kampf beenden. Der ganze Körper wie eine gespannte Feder. Im Kampf kann man Schlagen und Werfen kombinieren.

Yiquan als realistische Kampfkunst hat keine fixen Formen und Techniken, weil die Situationen im Laufe eines Kampfes nicht vorher festgelegt werden. Alle Figuren, die durch Schönheit und ästhetischen Ausdruck verbessert wurden, sind völlig überflüssige Bewegungen, die selten oder gar nicht funktionieren.

"Man sollte ein Gelehrter für Kampfkunstslehre werden, statt ein gedungener Handlanger". Es gibt prinzipielle Unterschiede zwischen den verschiedenen Situationen. Im Ernstfall ist der Kampf und alle Aktionen ohne Bedingungen. Wir müssen furchtlos, geschickt, mit fokussierter Kraft und mit aller körperlichen und geistigen Kraft kämpfen oder wir werden unterliegen. Beim Training sollten wir den Trainingspartner schützen. Das ist die Tugend einer rechten Kampfkunst. Wenn wir ein besseres Niveau haben, sollten wir den Gegner im Training kontrollieren und werfen. Immer nur zu versuchen, die anderen zu verletzen macht keinen Sinn.

Die wichtigen Prinzipien beim Sanshou
Yiquan betont nicht die Methode der Einzeltechniken und Formen, aber es betont die Methode der wahren Theorie und Prinzipien. Das Geheimnis liegt immer in den Prinzipien, der Theorie und den Übungsmethoden. Die äußeren Aspekte einer Kunst sind leicht zu erlernen, die innere Sachen hingegen sind meist nur sehr schwer zu lernen. In manchen Romanen und Martial Arts Filmen wird beschrieben, wie jemand eine Kampfkunst oder deren Geheimtechniken einem Widersacher oder einer konkurrierenden Schule oder Sippe gestohlen hat. Eine Technik bzw. eine Form zu stehlen ist relativ einfach. Aber die gesamte Essenz der Prinzipien und der Theorie zu stehlen ist unmöglich.

1.Die Geistkraft kultivieren - Beim Studieren des Kampfes müssen wir zuerst unsere geistigen Kräfte aufbauen, wie Selbstvertrauen, Furchtlosigkeit, Offenherzigkeit etc. Solche Dinge gehören alle zur Kultivierung der Geistkraft. Ohne diese funktionieren alle Techniken nicht wirklich. Diese mentalen Aspekte helfen insbesondere Spitzesportlern im Wettkampf und der Wettkampfvorbereitung und auf die spezielle Trainingsmethode des Yiquans wurden in den 70er Jahren die Sportwissenschaftler in China aufmerksam. Die Übungsmethoden wurden vielerorts übernommen und in das Sporttraining mit eingebaut.

2. Einheit des Angriffs und der Verteidigung - Beim Kämpfen gibt es sowohl den Angriff wie auch die Verteidigung. Bei Yiquan sind sie wie erläutert in einem. Wir sollten nicht lernen, wie wir zuerst verteidigen oder angreifen und dann angreifen oder verteidigen. Ganz am Anfang üben wir beides gleichzeitig in einer Aktion auszuführen. Der Angriff ist das Verteidigen.

3. Mitte schützen und benutzen - Beim Tuishou haben wir schon das Prinzip kennen gelernt und es gilt erst recht auch beim Sanshou. Unser Angriff richtet sich ständig zur Mittelinie des Gegners. Egal ob wir uns gerade vorwärts oder rückwärts bewegen. Gleichzeitig schützen wir unsere eigene Mittelinie.

4. Reaktion statt Technik - Yiquan beruht auf der Kultivierung des Geistes mit dem Schwerpunkt auf der Vorstellungsarbeit, um die natürliche Kraft und umfassendes Können zu entfalten. Wenn bspw. ein Torwart beim Elfmeter den Ball kommen sieht und vom Großhirn der Befehl zum Ballhalten kommt ist es meistens bereits zu spät. Er muss vielmehr intuitiv reagieren. Beim Kampf verhält es ebenso. Wenn wir sehen, mit welcher Aktion der andere kommt, ist es meisten ebenfalls zu spät, um noch richtig zu reagieren. Das ist der Vorteil beim Yiquan. Wir trainieren am Anfang schon die natürlichen Reflexe und Instinkte, sprich unser menschliches Potenzial, um automatisch zu (re)agieren.