Zhanzhuang Shili Mocabu Fali Tuishou Sanshou

Was ist Zhanzhuang?

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Die eigentliche Quelle der Kraft des Yiquan liegt in den lange geheimgehaltenen Übungsmethoden des Zhanzhuang , der Stehmeditationen, auch als "Stehen wie ein Baum"- Übungen bekannt. Diese dienen zur Entwicklung des Qi, zur Schärfung des Geistes und letztlich dazu, um unser Bewusstsein zu transformieren. Man kann das Üben von Zhanzhuang mit dem stetigen Wachstum eines Baumes vergleichen. Der Übende ist dabei wie ein junger Baumsetzling, der trotz seiner anfänglichen Schwäche ruhig und aufrecht steht und dabei jeden Tag ein Bisschen wächst, bis er eines Tages zu einem großen und starken Baum geworden ist. Während dieses stetigen und allmählichen "Wachstumsprozesses" verfolgen wir das Ziel, ein Gefühl für Bewegungen in unserem regungslosen Körper zu entwickeln.
Insbesondere wollen wir uns mit dem in unserer regungslosen Körperposition möglichen Bewegungspotential vertraut machen und lernen, in alle möglichen Bewegungsrichtungen Bewegungsimpulse mit Hilfe von Yi, d.h. dem absichtsvollen Teil unseres Bewusstseins auszusenden. Ein ganzer Bewegungsablauf wird zu diesem Zweck in repräsentative Momentaufnahmen, die Körperhaltungen ("Zhuang") genannt werden, unterteilt. Äußerlich betrachtet scheint kaum Bewegung stattzufinden, die Positionen erscheinen dem Beobachter völlig immobil. Der Übende scheint regungslos dazustehen und gar nichts zu tun. In seinem inneren jedoch findet so etwas wie aktive Bewegung statt. Wer mit dieser Art des Trainings vertraut ist, wird sehr schnell feststellen, dass dies richtig mit Arbeit verbunden ist und man schnell an seine körperlichen und mentalen Leistungsgrenzen gelangt. Insbesondere bei Anfängern erhöht sich die Pulsrate und man beginnt zu Schwitzen, die Körpertemperatur steigt an. Verschiedenste Erscheinungen, manchmal auch Symptome der inneren Arbeit genannt treten auf.

Ziel der einzelnen zu übenden Körperpositionen ist es, in der Regungslosigkeit unseres stillstehenden Körpers, das eigene Bewegungspotenzial zu erfahren und ein Gespür für den Impuls jeder Bewegung zu entwickeln. Verbindet man beide Aspekte, erhält man das, was Meister Wang als die "endlose" oder "grenzenlose", "ewige" Bewegung bezeichnet hat. Hierzu fühlt der Übende in jeder Position durch Einsatz verschiedener vorgegebener Bewegungsrichtungen diesen Bewegungsimpuls, der allerdings nicht in einer tatsächlichen Bewegung unseres Körpers und seiner Gliedmaßen enden darf. Gerade dadurch entsteht ein isometrischer Effekt in unserem Körper, der als innerer Kraftaufbau erfahren wird.

Es geht im Zhang Zhuang demnach nicht darum, eine Körperposition möglichst lange (aus)halten zu können, es geht auch nicht um die Stärkung unseres Willens bzw. auch nicht um körperliches Abhärtungstraining, wie es uns vielleicht bspw. vom Training Reiten-Stellung in der tiefen Postition her bekannt ist. Dies könnte man aus Sicht des Yiquan sogar als "totes Stehen" bezeichnen, das unserem Körper langfristig eher schadet. Es geht um die Entwicklung des lebendigen Gefühls der natürlichen inneren Kraft. Man bewegt sich in keiner Bewegung.